Ausgebrannt sein...

 

... sich müde und erschöpft fühlen, sich den Anforderungen des Lebens nicht mehr gewachsen fühlen, keinen Spaß mehr am Leben haben – das sind nur einige Anzeichen eines Burnout-Syndroms. Diese Anzeichen können aus einer Überlastung in der Arbeit und im Alltag entstehen und gehen häufig einher mit erhöhtem Stress, mit Krankheiten oder körperlichen Symptomen wie Rückenschmerzen, Schlaflosigkeit uvm. Was früher schön war und Freude bereitet hat, wird nun als Zwang und mühsame Pflicht empfunden.

 

Burnout kann fast jede und jeden treffen, denn „höher, schneller, weiter, mehr“ ist gesellschaftlich nicht wirklich hinterfragt. Stress zu haben ist normal, darüber kann ich mit anderen sprechen, finde sogar wahrscheinlich viel Akzeptanz und Verständnis, denn Stress haben ja alle. Damit ist Stress, auch viel Stress, gesellschaftlich toleriert, vielleicht sogar implizit ein Zeichen für Fleiß und persönliche Bedeutung. Ganz anders ist die Reaktion, wenn aus dem Stress Ängste und Panikattacken werden oder sogar eine Depression, dann wird es plötzlich zu einem persönlichen Versagen und damit gleichzeitig zu einem Tabu.

 

Von den ersten Anzeichen eines Burnouts (dem Gefühl nie Zeit zu haben, unausgeschlafen zu sein, hyperaktiv zu sein …) bis zum völligen Zusammenbruch (Desinteresse, Langeweile, Depression, Hoffnungslosigkeit, schwere psychosomatische Reaktionen, …) ist es oft ein schleichender Weg, der sich manchmal über Jahre entwickelt.

 

Hochengagierte Menschen in z.B. helfenden Berufen und in Führungspositionen sind besonders häufig betroffen. Auch Menschen, die z.B. einen kranken Angehörigen pflegen können ein Burnout entwickeln. Frauen und Männer sind gleich betroffen, reagieren aber u.U. unterschiedlich auf die Überlastung.

 

Burnout hat immer mit Überforderung zu tun und wird auch als Stress Syndrom bezeichnet. Eine Überforderung, die subjektiv empfunden wird und nicht von außen beurteilbar ist.

 

Die Erschöpfung zeigt sich meist auf allen Ebenen: Auf der körperlichen, der emotionalen, der mentalen und auch auf der sozialen Ebene.

 

Je nachdem wie fortgeschritten der Zustand des „Ausgebrannt-Seins“ ist, kann es sein, dass das Leben in allen Bereichen umstrukturiert werden muss. Das Erlernen von konkreten Maßnahmen zur Entschleunigung und Stressbewältigung ist hier genauso wichtig,  wie der Blick auf die eigenen inneren Anteile (z.B. der Abschied von destruktiven Glaubenssätzen, Nein-Sagen lernen), das Erlernen von Entspannungstechniken und manchmal ist auch zusätzlich eine Ernährungsumstellung zur Veränderung nötig und hilfreich.

 

Wer unter den Symptomen eines Burnouts leidet sollte sich Hilfe holen, bevor keine Pause mehr hilft, kein Urlaub mehr entspannt und keine Auszeit mehr die so dringend ersehnte Erholung bringt.

 

Es gibt kein festes Programm oder Patentrezept für die Behandlung von Burnout. Ein Weg hinaus kann nur individuell gefunden werden.

 

Auf der Basis Ihrer ganz persönlichen Geschichte wird sich ein Weg finden.  

 


"Die Kunst des Ausruhens ist ein Teil der Kunst des Arbeitens. "

John Steinbeck